Ich hab mir die Ereignisse am Montag Früh als Grund genommen um wiedermal einen Blogeintrag zu verfassen.
Meine Eltern sind diese Woche auf Skiurlaub auf der Turrach in Kärnten und ich sollte derweil im Elternhaus übernachten und auf die Katzen aufpassen. Wie jeder morgen, startete auch dieser am 16.1.2012 – dass er solch eine Wendung bekam, war mir noch nicht bewusst.
Ich gab den Katzen ihr Futter, streichelte beide so wie immer und lies dann unseren 4 Jahre alten Kater wie jeden Tag raus. Die andere Katze, ein 3 jähriges Weiberl bleibt seit Monaten im Haus. Sie bekam mal von einem anderen Tier einen Biss, oder so etwas ähnliches, am Hinterteil ab – musste operiert werden und bleibt, wie bereits geschrieben, seitdem nur mehr im Haus.
Als ich mir dann Frühstück gemacht habe, es wird so ca. 7:30 gewesen sein, rief mich mein Onkel an, der unser Nachbar ist und gerade zur Arbeit gefahren ist. Er sagte mir, dass eine Katze, die so aussieht wie unser über unsre Familie hinaus geliebter Kater Garfiel aussieht. Ich hoffte in diesem Augenblick nur, dass es nicht wirklich er ist. Es gab noch einen Nachbarskater, mit der selben Fellzeichnung – jedoch ganz abwägig war ich auch nicht, da im bereits 2009 ein Auto angefahren hat, er sich aber noch mit letzter Kraft heim schleppen konnte wo ihn dann per Express meine Mutter zum Tierarzt brachte und wir ihn so wieder über mehrere Monate gesehen, aufpeppeln konnten.
Wie auch immer, ging ich raus – bereits mit 2 Schneeschaufeln “bewaffnet” um das tote Tier von der Straße zu beseitigen, vorerst wars mir egal ob Nachbarskater oder unser eigener. Als ich dann aber den Tierkörper auf der Straßen liegen sah, wars mir sofort klar dass es sich um unseren Kater handelt. Ich ging auf ihn zu und hoffte mit jedem Zentimeter den ich ihn näher kam, dass er auferwacht, sich zu mich dreht und mir entgegen kommt. Dem war aber nicht so, ich wollte pfeifen und seinen Namen sagen, damit sich was tut aber als ich direkt vor ihm stand wusste ich, es kam jede Hilfe zu spät.
Seine Augen war rießen groß, aus der Nase kam Blut und es bildete sich bereits eine ca. 20cm große Lache unter seinem Kopf. Sein Schwanz war aufgewuschelt, so als wenn er einen Rivalen begegnet. Ich nahm dann diese zwei Schaufeln und schob ihn langsam und vorsichtig drauf. Anschließend rief ich meinen Bruder an, der in Klagenfurt an der Rezeption unseres Familienbetriebes Dienst hatte. Er wusste auch nicht wirklich, mit der schrecklichen Situation umzugehen. Ich tat ihn dann ins Gartenhaus, um ihn am Abend bei meiner Oma zu begraben.
Den ganzen Tag über konnte ich meine Gedanken nicht mehr ordnen. Bei mir zogen so einmalige Momente mit ihm durch den Kopf. Er war ein wirklich gutmütiges Tier, hatte von Geburt an einen Herzfehler, schnaufte wenn er zuviel Bewegung in der Sommerhitze machte, wir sorgten ihn monatelang um ihn, mussten ihn mit Hand, püriertes Futter verabreichen, hatte damals beim Unfall einen Kinnbruch und überstand das alles bravios. Doch an diesen Morgen verließen ihn seine ganzen Katzenleben und er wurde zum Opfer von einem Auto, dass in einer 30ger Zone am Land mit ziemlich großer Sicherheit viel zu schnell unterwegs war und nicht reagieren konnte, als er über die Straße in den Wald laufen wollte. 1,5m davor kam er zum erliegen … ihm hat nicht mehr viel gefehlt, doch auch diese 150cm schaffte er nicht mehr.
Er hinterlässt eine 1 Jahr jüngere weibliche Katze, die wir damals im Jahre 2009 zusammen mit ihm von Wolfsberg geholt haben. Ohne meine Eltern davor groß zu fragen brachte ich die zwei süßen mit. Das weibchen, Punkti genannt, war es zwar gewohnt eine Nacht oder Tag ohne ihn zu sein, doch jetzt nach den 2ten Tag merkt man, dass es ihr auffällt, dass sie ihn vermisst. Sie wartet jeden morgen vor der Terassentür, damit er endlich wieder zurück kommt. Ist komplett ruhig, schleicht durch die Räume im Haus und sucht ihren Lebenskompanen, der immer auf sie aufgepasst hat, wie ein großer Bruder zu ihr war.
Wir durchleben gerade eine schwere Zeit, ich – weil ich im Elternhaus immer wieder durch verschiedenste Objekte an ihn und den schönen Momenten mit ihm errinert werde und auf der anderen Seite Punkti, die zusammen mit ihm, ihr halbes Leben verbracht hat. Ich bin gespannt wie das in den nächsten Tagen weitergeht – ob die Sehnsucht größer wird oder ob wir es endlich aktzeptieren, dass er niemals wieder durch die Terassentür zurück nach Hause kommt.
